17. März 2020

Auf den Spuren der Römer – Latein-Studienfahrt nach Trier (3.-6.3.2020)

Am Dienstagmorgen des 3.3. trafen sich 33 Lateinschülerinnen und -schüler der achten Klassen am Oldenburger Hauptbahnhof, um gemeinsam mit Frau Berghaus und Herrn Rothaupt Richtung Trier aufzubrechen.

Nach einer entspannten Zugfahrt kamen wir gegen 15 Uhr in der Jugendherberge an. Dort bezogen wir unsere top ausgestatteten Zimmer im Neubau und konnten anschließend eigenständig die Stadt erkunden. Nach einem kleinen Fußmarsch konnten wir schon einen ersten Blick in die Innenstadt und auf die Porta Nigra werfen, das größte Stadttor der antiken Welt, dessen Geheimnisse wir dann am Abend mit der gesamten Gruppe lüften konnten. Die Geschichte dieses Stadttores wurde uns durch eine spannende Theaterführung nähergebracht. Wir erfuhren nicht nur, wieso die äußeren Türme des Tores abgerundet sind (aufgrund der größeren Verteidigungsfläche), sondern auch, wie genau die Römer ihre Stadt verteidigten (u.a. durch das Auskippen von Öl auf die Gegner). Nach ca. einer Stunde endete die Führung und es ging zurück zur Jugendherberge.

Am Mittwoch haben wir uns dem Leben in einer römischen Großstadt gewidmet. Der Tag startete mit einer weiteren Erlebnisführung: ,,Der Gladiator Valerius“ führte uns durch das Amphitheater aus dem 2. Jahrhundert n.Chr. Die riesige Arena ist noch gut erhalten und man konnte sich bildlich vorstellen, wie es damals gewesen sein mag. Auch der feuchte Keller war sehr beeindruckend, in dem u.a. alles für den Kampf vorbereitet wurde. Dank der Hebebühne konnte man sogar Tiere oder ganze Bühnenbilder in der Arena erscheinen lassen. Ebenso wurde uns die Ausbildung der verschiedenen Gladiatoren erklärt. Anschließend ging es zu den teils ausgegrabenen Barbarathermen, den größten Thermen außerhalb Roms! Die wohlstrukturierten und stabilen Bauweisen und auch die Erfindungen der Römer, z.B. die Fußbodenheizung, beeindruckten uns sehr. Ein weiteres Beispiel für die große Ingenieurskunst ist die Römerbrücke, die noch heute auf den antiken Fundamenten errichtet ist.

Nach diesen Sehenswürdigkeiten hatten wir eine längere Mittagspause. Um 15:30 Uhr trafen wir uns wieder, um eine fachkundige Stadtführung bei den Kaiserthermen zu starten. Wir erkundeten z.B. das weitverzweigte System der unterirdischen Bedienungsgänge. Spannend hierbei ist, dass diese riesige Badeanlage niemals fertiggestellt oder in Betrieb genommen wurde. Anschließend schauten wir uns den früheren Thronsaal von Kaiser Konstantin dem Großen von innen an, der jetzt als Kirche mit dem Namen Konstantin-Basilika genutzt wird. Dieses ca. 33 Meter hohe Gebäude war unser persönliches Highlight dieser Führung. Den anschließenden Abend hatten wir frei zur Verfügung.

Am Donnerstag wandten wir uns dann dem römischen Landleben zu. Zuerst besuchten wir die ehemalige römische Villa Nennig, die etwas südlich von Trier liegt. Das besondere an dieser kaum erhaltenen Villa war das riesige und noch sehr gut erhaltene Mosaik aus der Römerzeit. Erstaunlich ist, wie Archäologen aus tausenden Mosaiksteinen ein vollständiges Bild restaurieren können. Die perfekte Ergänzung zu diesem Mosaik war der Besuch der Villa Borg. Diese wurde naturgetreu wiederaufgebaut, so dass man das Gefühl hatte, ein echtes antikes Landgut zu besichtigen: Von den Badeanlagen bis hin zur Küche war alles mit dabei. Das anschließende traditionelle römische Mittagessen nach einem Rezept aus dem 3. Jahrhundert war nicht jedermanns Sache, aber interessant zu probieren.

Nach den vielfältigen Eindrücken hielten wir noch an der berühmten Saarschleife. Trotz des schlechten Wetters hatte man von dem Aussichtspunkt einen tollen Blick über den Fluss. Das war der perfekte Abschluss dieser Kursfahrt, denn am Abend hieß es Koffer packen, um am Freitagvormittag die Heimreise anzutreten.

Wir fanden, es war eine sehr tolle Reise, und wir konnten viel aus der Römerzeit für uns mitnehmen.

 

Bericht: Mariam Janjua, Alina Kaval, Rebecca Müller, Nantke Willerbach