Dreizehn Stunden Bahn, neun Schüler, vier Roboter, eine Stadt. Ende Mai fuhren vier unserer RoboCup-Teams nach erfolgreicher Qualifikation zu den Europameisterschaften nach Wien. Im Line-Entry-Bereich starteten Die Bugs (Thees Heuten und Lars Frehland), die Goblin Gang (Kjell Barning und Adrian Negoroschenko) und Die Steine (Nils Kühn und Benjamin Könner). Im Maze-Bereich traten die Photons an: Lorenz Rehberg, Sönke Nagl und Finn Anft.
Dass Wien kein Selbstläufer würde, zeigte sich schon am Setup-Day. Die Arenen wirkten auf den ersten Blick vertraut, unterschieden sich aber in wichtigen Details von den Bedingungen in NordWest und Köln. Andere Lichtverhältnisse, leicht variierende Weißtöne und kleine Unterschiede bei den Linienbreiten innerhalb eines Parcours sorgten dafür, dass nicht nur neu kalibriert, sondern auch an Algorithmen gearbeitet, getestet und nachgebessert werden musste. Bei den Photons kam ein Schreckmoment dazu: Der Roboter verweigerte den Start. Statt erster Testläufe gab es eine intensive Fehlersuche. Als der Bot wieder lief, war die Erleichterung groß.
Manche Läufe liefen nahezu fehlerfrei, andere eher nicht. Die Stimmung blieb trotzdem gut. Nach jedem Lauf wurde analysiert, verbessert und weiterprobiert. Wenn ein Problem auftauchte, standen schnell mehrere Köpfe daneben.
Am Ende zahlte sich das aus. Die Bugs erreichten Platz 5, die Goblin Gang Platz 6 und Die Steine Platz 7 von 30 europäischen Teams. Die Photons belegten im Maze-Wettbewerb Platz 8 von 18 Teams.
Ein weiteres Highlight war der Superteam-Wettbewerb. Die Teams wurden international neu zusammengestellt. Die Photons kämpften gemeinsam mit einem Team aus Italien, die Line-Entry-Teams mit Niederländern und zwei Teams aus Lissabon. Maze- und Line-Entry- Roboter mussten eine gemeinsame Aufgabe lösen und sich gegenseitig Wege freiräumen, indem sie Streckenelemente umstießen. Es ging also nicht mehr nur darum, den eigenen Roboter gut fahren zu lassen. Gemeinsam mit neuen Teammitgliedern mussten die Bots zum Zusammenspiel gebracht werden. Wie unterschiedlich die Teams dabei ans Ziel kamen, war beeindruckend.
Die gute Stimmung endete aber nicht mit dem letzten Lauf eines Tages. Abends erkundete die Gruppe gemeinsam Wien: Ein Foodmarket mit Küchen aus aller Welt, Minigolf bei einbrechender Dunkelheit oder das klassische Wiener Schnitzel am letzten Abend in einem traditionell österreichischen Lokal. Und, auf dem Weg zur Halle, auf dem Weg durch die Stadt und vermutlich bis ganz tief in die Nacht: Impostor.
Was bleibt? Starke Platzierungen, viele gemeinsame Erinnerungen und die Erkenntnis, dass der Kaiserschmarrn beim nächsten Mal früher dran sein sollte.


















