Ungläubiges Staunen und große Freude am Campus West: Nachdem das HGO in den vergangenen Jahren bereits vordere Platzierungen belegen konnte, haben zwei Klassen mit dem Profil „Wirtschaftslehre und Wirtschaftsethik“ beim renommierten Schülerwettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung in diesem Schuljahr die Plätze 1 und 2 belegt!
Die Klassen 9w und 10w hatten sich vor den Herbstferien jeweils für die Aufgabe „03. Deepfakes – meine, deine, unsere Verantwortung?“ entschieden und dieses aktuelle und relevante Wettbewerbsthema zwischen Oktober und Dezember im Rahmen des dreistündigen Profilunterrichts mit großem Engagement und ebenso großer Selbständigkeit bearbeitet. Dabei galt es, eine für Social Media typische Abfolge kurzer Videoclips („Content“) zu erstellen, die zentrale Fragen beantworten und dabei gleichzeitig das Publikum ansprechen können: Was sind Deepfakes überhaupt? Wo werden Deepfakes eingesetzt? Welchen Zweck verfolgen Deepfakes und was können Folgen für Betroffene sein? Haben Deepfakes Auswirkungen auf die Demokratie? Und wie sieht der juristische Rahmen für Deepfake-Technologien aus?
Um diese Fragen zu klären, mussten Expert:innen wie z.B. Juristinnen, Verbraucherschützer, Politikerinnen, Journalisten oder andere Personen des öffentlichen Lebens ausfindig gemacht und passende Interviewfragen entwickelt werden. Ein Besuch des Oldenburger Growmorrow-Festivals 2025 gehörte dabei ebenso zur Vorbereitung wie der Versuch, Kontakt zu von Deepfakes betroffenen Persönlichkeiten herzustellen. Als die inhaltliche Auseinandersetzung und die Herstellung des Rohmaterials weit genug fortgeschritten waren, stand schließlich die technische Bearbeitung an: Video- und Audiodateien wurden zugeschnitten, Tonspuren unterlegt und Übergänge gestaltet. Zu guter Letzt stand der schriftliche Projektbericht an, der den Entstehungsprozess des Videoclips abbilden und die eigenen Erfahrungen bei der Herstellung reflektieren sollte.
Im Jubel vereint: Unsere beiden Gewinnerklassen.
Zur Erfahrung der Schülerinnen und Schüler gehörte auch, dass ein Vorhaben nicht immer glatt läuft. Wiederholt musste das Drehbuch angepasst werden, Clipsequenzen waren zu lang oder ein Urheberrecht konnte nicht zufriedenstellend geklärt werden. Teilweise ließen die Antworten der angefragten Expert:innen so lange auf sich warten, dass umdisponiert werden musste, in manchen Fällen wartete man bis zuletzt vergeblich auf eine Antwort. Doch der Teamgeist und die Flexibilität der Schülerinnen und Schüler haben die kleineren und größeren Hindernisse während der Projektphase erfolgreich aus dem Weg geräumt.
So konnten am Ende die beiden Wettbewerbsbeiträge unserer beiden w-Klassen inhaltlich überzeugend und technisch ansprechend darlegen, wo Chancen und konstruktive Einsatzfelder von Deepfakes liegen, aber auch, wo ihre Verwendung erhebliche Risiken birgt, denen durch Regulation begegnet werden muss, um die demokratische Gesellschaft und die einzelnen Bürger vor Gefährdung und Missbrauch zu schützen. Dass die Social Media-Videoclips der beiden w-Klassen die Jury, die aus 47 Vertreterinnen und Vertretern von Schulen, Universitäten, Jugendverbänden, Bildungseinrichtungen und Mediennetzwerken bestand, so weitreichend überzeugen konnte, dass das HGO gleich mit einem Doppelsieg belohnt wurde – das war nicht zu erwarten und stellt zudem eine echte Rarität in der Geschichte des Wettbewerbs dar, der seit 1971 jährlich ausgeschrieben wird.
Für ihre Leistung werden die beiden HGO-Klassen jeweils mit einem herausragenden Preis belohnt. Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10w dürfen sich als Gesamtsieger über den Gewinn einer Klassenfahrt nach Berlin freuen. Gemeinsam mit ihren Profillehrkräften werden sie im Juni zur Preisverleihung in die Hauptstadt fahren. Die Schüler und Schülerinnen der Klasse 9w erhalten als Zweitplatzierte einen Geldbetrag in Höhe von 1500 Euro, den sie im Rahmen der im Juni anstehenden Klassenfahrt für einen besonderen Tagesausflug verwenden können.
Unsere 10w mit den Profilfachlehrern Frau Berghaus und Herr Hoppe: Sie haben den Hauptpreis gewonnen und fahren im Juni für eine Woche nach Berlin.
Unsere 9w mit den Profilfachlehrern Herr Bodewein und Herr Schierke: Die Schüler:innen freuen sich über einen Geldpreis in Höhe von 1500 Euro.
Der doppelte Erfolg zeigt, dass die Arbeit im Profil „Wirtschaftslehre und Wirtschaftsethik“ seit seiner deutschlandweit erstmaligen Einführung im Schuljahr 2020/21 erkennbare Früchte trägt. Das Profil in den Jahrgängen 8-10 befasst sich primär mit der Vermittlung wirtschaftlicher Kernkompetenzen im Spannungsfeld ethisch reflektierter Entscheidungen und setzt sich dabei vertieft mit jeweils aktuellen Zukunftsfragen auseinander. Der Unterricht basiert auf den Prinzipien des fachübergreifenden Lernens, der Verzahnung von Theorie und Praxis sowie des Lernens in Projekten. Im Verlauf der drei Schuljahre ist ein klarer Lernzuwachs zu beobachten, der sich nicht auf die Fachkenntnisse beschränkt. Auch in den Bereichen selbstgesteuertes Lernen, Selbstorganisation und Teamfähigkeit haben die Schüler deutliche Fortschritte gemacht, wie sie nun in den Beiträgen zum BPB-Schülerwettbewerb in besonderer Weise zeigen konnten.
Das HGO sagt „Herzlichen Glückwunsch“ zu diesem tollen Erfolg!


